Was ist die Gewinnschwelle?
Die Gewinnschwelle ist erreicht, sobald die Einnahmen eines Restaurants sämtliche Kosten decken. Ab diesem Punkt arbeitet der Betrieb kostendeckend – jeder zusätzliche Umsatz trägt zum Gewinn bei.
Der Zeitpunkt, an dem diese Schwelle überschritten wird, wird auch als „Break-even-Point“ bezeichnet.
Die Gewinnschwelle kann auf unterschiedliche Weise dargestellt werden:
- als Umsatz in Euro (netto),
- als Anzahl verkaufter Gedecke,
- oder als Zeitraum (z. B. Anzahl der Tage bis zur Kostendeckung).
Sie liefert damit eine klare Antwort auf eine zentrale Frage: Wie viel Umsatz ist mindestens erforderlich, damit sich der Betrieb trägt?
Berechnung der Gewinnschwelle
Die Berechnung basiert auf dem Verhältnis von Fixkosten und Deckungsbeitrag.
Die Berechnungsformel lautet:
Gewinnschwelle = Fixkosten / Deckungsbeitragsrate
Das Ergebnis entspricht dem Mindestumsatz, der erzielt werden muss, um alle Kosten zu decken.
Schritt für Schritt zur Gewinnschwelle
1. Fixkosten ermitteln
Fixkosten sind Ausgaben, die unabhängig von der Auslastung konstant bleiben. Sie fallen regelmäßig an und lassen sich gut planen.
Typische Fixkosten in der Gastronomie sind:
- Miete oder Pacht für das Restaurant
- Versicherungen
- Steuern und Abgaben
- Sozialabgaben für festangestelltes Personal
- Gehälter
- Zins- und Tilgungszahlungen für Kredite
- Kosten für Buchhaltung oder Steuerberatung
- Lizenz- und Genehmigungsgebühren
- laufende Verträge (Internet, Telefon etc.)
- Wartung und Leasing von Ausstattung
- Entsorgungskosten
- Sicherheitsdienstleistungen (falls vorhanden)
Die Summe dieser Positionen bildet die Grundlage der Berechnung.
2. Variable Kosten bestimmen
Variable Kosten verändern sich mit dem Geschäftsvolumen. Je mehr verkauft wird, desto höher fallen sie aus.
Dazu zählen insbesondere:
- Wareneinsatz (Lebensmittel und Getränke)
- Kosten für externe Dienstleistungen oder Subunternehmer
- Transport- und Logistikkosten
- provisionsabhängige Vertriebskosten
Eine saubere Trennung zwischen fixen und variablen Kosten ist entscheidend für eine belastbare Kalkulation.
3. Umsatz prognostizieren
Der erwartete Umsatz ergibt sich aus: Verkaufspreis × Absatzmenge
Diese Prognose basiert in der Regel auf:
- Sitzplatzkapazität
- durchschnittlicher Auslastung
- Durchschnittsbon pro Gast
- Öffnungstagen
Der prognostizierte Umsatz ist insbesondere für Businessplan und Finanzplanung relevant.
4. Deckungsbeitrag berechnen
Der Deckungsbeitrag zeigt, welcher Anteil des Umsatzes zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht.
Deckungsbeitrag = Umsatz – variable Kosten
Deckungsbeitragsrate = (Umsatz – variable Kosten) / Umsatz
Diese Kennzahl ist zentral für die Berechnung der Gewinnschwelle.
5. Gewinnschwelle berechnen
Sobald alle Werte vorliegen, wird die Formel angewendet:
Gewinnschwelle = Fixkosten / Deckungsbeitragsrate
Das Ergebnis zeigt, welcher Umsatz notwendig ist, um die Kosten zu decken.
Warum ist die Gewinnschwelle so wichtig?
Die Gewinnschwelle ist weit mehr als eine rechnerische Größe. Sie dient als Steuerungsinstrument für den gesamten Betrieb.
Sie ermöglicht:
- eine realistische Einschätzung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit,
- die Planung von Preisen und Margen,
- die Bewertung von Investitionen,
- die Optimierung von Kostenstrukturen,
- eine fundierte Liquiditätsplanung.
In Kombination mit einem Dashboard oder Controlling-Tool lässt sich die Entwicklung laufend überwachen und bei Bedarf frühzeitig gegensteuern.
Den „Break-even-Point“ in Tagen berechnen
Neben der Darstellung als Umsatz kann die Gewinnschwelle auch zeitlich interpretiert werden.
Break-even-Point (in Tagen) = (Gewinnschwelle / Jahresumsatz) × 365
Das Ergebnis zeigt, nach wie vielen Tagen im Geschäftsjahr die Gewinnzone erreicht wird.
Diese Perspektive ist besonders hilfreich, um:
- saisonale Schwankungen einzuordnen,
- Anlaufphasen zu bewerten,
- und die betriebliche Dynamik besser zu verstehen.
Unser Zenchef-Leistungsrechner
Die Berechnung der Gewinnschwelle kann manuell erfolgen, wird jedoch deutlich effizienter durch den Einsatz digitaler Tools.
Controlling- und Managementsoftware wie die von Zenchef ermöglicht:
- die automatische Auswertung von Umsatz- und Kostendaten,
- die Visualisierung zentraler Kennzahlen,
- und eine kontinuierliche Anpassung der Kalkulation.
Auch die Zusammenarbeit mit Steuerberatung oder Buchhaltung kann helfen, die Datenbasis zu präzisieren und die Ergebnisse korrekt einzuordnen.



























.webp)


.webp)